{"id":45,"date":"2020-02-04T11:24:11","date_gmt":"2020-02-04T11:24:11","guid":{"rendered":"http:\/\/leseguerilla.de\/?page_id=45"},"modified":"2020-02-04T11:46:43","modified_gmt":"2020-02-04T11:46:43","slug":"monsieur-wir-sehen-uns-wieder","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/leseguerilla.de\/?page_id=45","title":{"rendered":"Monsieur, wir sehen uns wieder!"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"565\" height=\"356\" src=\"http:\/\/leseguerilla.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/i282600889658453898._szw565h2600_.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-46\" srcset=\"https:\/\/leseguerilla.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/i282600889658453898._szw565h2600_.jpg 565w, https:\/\/leseguerilla.de\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/i282600889658453898._szw565h2600_-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 565px) 85vw, 565px\" \/><figcaption> Holzchnitt von Michael R\u00f6mer michaelroemer-art.de <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Der Briefwechsel Christa Wolf und Franz F\u00fchmann<\/p>\n\n\n\n<p><em>Franz F\u00fchmann<\/em><em>(* 15.Januar 1922 zu Rochlitz\/Isergebirge \u2013 08.Juli 1984 Berlin)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Christa Wolf<\/em><em>(* 18. M\u00e4rz 1929 in Landsberg an der Warthe &#8211; 01. Dezember 2011 Berlin)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die\n Briefe und Notizen zwischen Franz F\u00fchmann und Christa Wolf lassen das \nPublikum eintauchen in die Zeit der kleinen\n und gro\u00dfen Widerst\u00e4nde, N\u00f6te und Hoffnungen der 60er, 70er und 80er \nJahre in der DDR. Zwei au\u00dferordentliche Schriftsteller, die einander \nEinblicke in ihr Werk und&nbsp; ihr Leben geben. Politische Umst\u00e4nde f\u00fchren \nzu hei\u00dfen\n Diskussionen, Verweigerungen, Schreibblockaden. Der Abend gibt den \nBlick frei auf ein untergegangenes Land und seine Denker, das und die \nl\u00e4ngst nicht vergessen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Bilder und Musik unterst\u00fctzen eine Zeitreise, die ins Heute f\u00fchrt. Deutungen,  Erkl\u00e4rungen und das Bewahren bleiben bei uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Christa Wolf: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp;Marlies Ludwig<\/p>\n\n\n\n<p>Franz F\u00fchmann:&nbsp; &nbsp; Peter Hiller<\/p>\n\n\n\n<p>Texte: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Rike\n Eckermann<\/p>\n\n\n\n<p>Live-Musik: &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; &nbsp; Ulrich Herrmann<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Produktion der LeseGuerilla, Idee und Einrichtung: Rike Eckermann<\/p>\n\n\n\n<p>Mit freundlicher Genehmigung von Aufbau Verlag Berlin, hinstorff verlag rostock und henschel<\/p>\n\n\n\n<p>Technik: 3 kleine Tische und St\u00fchle, 1 Beamer, eine Wand oder  Fl\u00e4che, auf die projeziert werden kann, ein Stromanschlu\u00df. Alles mit  Absprache.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pressestimmen<\/h2>\n\n\n\n<p>S\u00e4chsische Zeitung, 2. April 2014<\/p>\n\n\n\n<p>Zwiegespr\u00e4ch zwischen zwei gro\u00dfen Schriftstellern<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Du sollst Dich nicht verh\u00e4rten, oder verbittern, oder vertrauern!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Martin Schmidt lenkt seit vielen Jahren die Geschicke des \nKunstvereins Hoyerswerda.Er lud Christa Wolf und Franz F\u00fchmann bereits \nzu DDR-Zeiten zu Lesungen nach Hoyerswerda ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Matinee von&nbsp;<strong>Rike Eckermann zu Christa Wolf<\/strong>(\n 1929-2011) und&nbsp;<strong>Franz F\u00fchmann<\/strong>&nbsp;(1922-1984)&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Es \nist \u00e4u\u00dferst selten, dass sich zwei Schriftsteller ein Leben lang achten \nund verstehen, dass sie sich mit Respekt und Liebe begegnen, ohne \nEifersucht und Neid\n auf Ruhm und Publikumserfolg des anderen. Das ist besonders \nbemerkenswert, wenn sich beide auf einem geistig sehr anspruchsvollen \nTerrain bewegen: Christa Wolf und Franz F\u00fchmann.<\/p>\n\n\n\n<p>Rike Eckermann, \nSchauspielerin aus Berlin, hatte die Idee zur Gestaltung\n einer Matinee, die den Briefwechsel dieser beiden Dichter von 1968 an \nbis zum Tod von Franz F\u00fchmann im Jahr 1984 in den Mittelpunkt stellt. \nMit den Stimmen von Rike Eckermann und Ines Burdow, sowie Hans-J\u00fcrgen \nPabst wurden diese Jahre sehr bewegend\n gestaltet; nicht zuletzt auch durch die musikalische Begleitung einer \nE-Gitarre, die Ulrich Herrmann so phantastisch gebrauchte, als w\u00e4re \ndiese ein St\u00fcck Musik und Sprache zugleich. Zum Schluss sparten die \nZuh\u00f6rer nicht mit Lob, zumal sich einige\n an die Lesungen von Christa Wolf und Franz F\u00fchmann in diesen besagten \nJahren beim Freundeskreis in Hoyerswerda erinnerten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zeit \nzwischen 1968 und 1984 ist in der DDR gepr\u00e4gt von einer sp\u00fcrbaren Abkehr\n des Staates von seinen urspr\u00fcnglichen\n sozialistischen Idealen. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer \nPaktes in die CSSR, die \u00c4ra der zunehmenden Verstaatlichung des \nSchriftstellerverbandes und die Ausb\u00fcrgerungen namhafter Schriftsteller \nsind gravierende Fehlentwicklungen. Diese werden\n in dem Briefwechsel zwischen Christa Wolf und Franz F\u00fchmann \nthematisiert, einerseits w\u00fctend attackiert und andererseits aufrichtig \nbetrauert. In einem Zwiegespr\u00e4ch zwischen Ines Burdow, alias Christa \nWolf und Hans J\u00fcrgen-Pabst, alias Franz\n F\u00fchmann, sind au\u00dferdem Textstellen aus Franz F\u00fchmanns vielseitigen \nEssays, Kinderb\u00fcchern und Erz\u00e4hlungen mit Stellen aus Christa Wolfs \n&#8222;Kindheitsmuster&#8220; oder &#8222;Kein Ort. Nirgends&#8220; ebenfalls in einen Dialog \ngestellt. Man glaubt fast,\n es handle sich um ein homogenes Werk, um eine Dichtung, die von \nunterschiedlichen Ausgangspunkten heraus zur einer gemeinsamen \nErkenntnis gelangt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eindringlich auch die Briefe beider an \noffizielle Stellen des Landes zu Frage der Freiheit im Denken und\n Schreiben, Anprangern von Interviews und Diskussionen, die immer so \ngef\u00fchrt werden, dass nur einer zu Wort kommt, die allm\u00e4chtige Partei. Da\n ist es gut, wenn man mit Gleichgesinnten kommunizieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Franz\n F\u00fchmann: Liebe Christa, hab\n Dank f\u00fcr Deine Karte, sie ist genau im richtigen Augenblick gekommen. \nDer liebe Gott der Schriftsteller macht\u00b4s schon, dass wir einander \nfinden, wenn wir einander brauchen. Es ist wohl das Wichtigste, dass man\n da ist. Ahoi Franz.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie machen\n sich gegenseitig Mut, immer wieder das Ihrige zu tun, nicht wegzusehen \noder wegzulaufen. Christa Wolf mahnt fast liebevoll: Du sollst Dich \nnicht verh\u00e4rten, oder verbittern, oder vertrauern! Es ist wichtig, dass \nwir schreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Beide glauben, jede\n Zeit bringt notwendig die Schriftsteller und K\u00fcnstler hervor, die sie \nhervorbringen muss&#8230; Folglich w\u00e4re diese Zeit ohne Christa Wolf und \nFranz F\u00fchmann um Vieles \u00e4rmer gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>31.03.2014 Von Christine\n Neudeck<\/p>\n\n\n\n<p>Artikel-URL: http:\/\/www.sz-online.de\/nachrichten\/zwiegespraech-zwischen-zwei-grossen-schriftstellern-2808311.html<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Lausitzer Rundschau, Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 01. April 2014\n um 10:55 Uhr<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Lese Guerilla f\u00fchrt durchs neue Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Sonntagsmatinee des Kunstvereins wird der Briefwechsel von Christa Wolf und Franz F\u00fchmann aktuell<\/p>\n\n\n\n<p>Hoyerswerda<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz offiziell zu Gast unter den wei\u00dfen Kuppeln des Schlosssaales \nwar zu einer bewegenden Sonntagsmatinee die &#8222;LeseGuerilla&#8220; aus Berlin. \nDer 85.Geburtstag von Christa Wolf bot dem einladenden Kunstverein und \nzahlreichen G\u00e4sten Gelegenheit, der\n Schriftstellerin durch den Spiegel ihrer Briefe an Franz F\u00fchmann direkt\n in die verwundete Seele zu schauen. &#8222;Lieber Franz, \u2026 so sitzen wir auf \nunseren voneinander entfernten Liegenschaften und br\u00fcten \u00fcber Briefen an\n den K\u00f6nig&#8220;, liest\n Ines Burdow mit sinnschwerer Simme aus einem Brief Christa Wolfs an \nFranz F\u00fchmann aus dem Mai 1979. &#8222;Ich habe pl\u00f6tzlich das Gef\u00fchl einer \nEndzeit&#8220;, zitiert Hans-J\u00fcrgen Papst F\u00fchmanns Eindruck aus dem darauf \nfolgenden Winter.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\n ist nicht der Alltag ihres Heimatlandes, \u00fcber den die Autoren sich in \neinem stetigen Schriftverkehr verst\u00e4ndigen. Es ist der Rahmen, in den \nsich der Alltag in der DDR einpasst, und den die Dichterfreunde aus der \nihnen eigenen distanzierten Perspektive\n analysieren. Die G\u00e4ste einer bemerkenswerten Lesung erfuhren, mit \nwelcher Konsequenz Wolf und F\u00fchmann ihre Sorge um Gedankenfreiheit und \nMenschenw\u00fcrde im Blick behalten, auch wenn durchschaubare Gewalten das \nBlickfeld sukzessive vernebeln, bis\n Mauern es v\u00f6llig verstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vier K\u00fcnstler stellen sich dem \nAuditorium als &#8222;Lese Guerilla&#8220; vor. Die Schauspielerin Rike Eckermann \nist mittig auf der B\u00fchne und in der Dramaturgie platziert. Sie \nvermittelt, ordnet, erg\u00e4nzt den Tenor\n eines zutiefst pers\u00f6nlichen Briefwechsels, den In\u00e8s Burdow und \nHans-J\u00fcrgen Papst einem vergangenen Zeitgeist entrei\u00dfen, um die seither \nunbeantworteten Fragen wieder aufzuwerfen. &#8222;Das dritte, neue, g\u00fcltige \nWertesystem ist nicht in\n Sicht&#8220;, liest Rike Eckermann eine bittere Erkenntnis Christa Wolfs und \nschickt die Botschaften auf einer Gru\u00dfkarte aus dem 20. Jahrhundert in \ndas Publikum. &#8222;Das Gef\u00fchl der Vergeblichkeit hat sich mir zu tief \neingefressen&#8220;, versch\u00e4rft In\u00e8s\n Burdow die Verzweiflung, die Wolf ihrem Freund vor die F\u00fc\u00dfe wirft. \n&#8222;Jede Zeit bringt notwendig die K\u00fcnstler hervor, die sie hervorbringen \nmuss&#8220;, liest Hans-J\u00fcrgen Papst.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Matinee-G\u00e4ste erleben, wie \nsich die widerspenstigen\n Intellektuellen in den Grenzen ihrer Denkheimat winden, unterst\u00fctzt \ndurch die emphatischen Improvisationen des philosophischen Gitarristen \nUlrich Herrmann, der die schmale sozialistische Themenvielfalt auf \nVariationen untersucht. Seine Jazz-Gitarre fl\u00fcstert\n oder schreit die Wut der Eingeschlossenen in ihre Texte.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Der \nliebe Gott der Schriftsteller macht&#8217;s schon, dass wir einander finden&#8220;, \nzitiert Christa Wolf ihren Seelenverwandten im Sommer 1984 an dessen \nGrab.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Es scheint, als f\u00fchre\n derselbe Gott die Lese Guerilla durch die entr\u00fcckten deutschen Lande \ndes 21. Jahrhunderts, um von den Enfant Terribles eines fr\u00fcheren \nUntergrundes zu erz\u00e4hlen, von ihren Leben, ihren Begegnungen und von \neiner Epoche, der Franz F\u00fchmann an\n Christa Wolf den Sinn einschrieb, &#8222;dass sie uns zueinander r\u00fcckt&#8220;.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Briefwechsel Christa Wolf und Franz F\u00fchmann Franz F\u00fchmann(* 15.Januar 1922 zu Rochlitz\/Isergebirge \u2013 08.Juli 1984 Berlin) Christa Wolf(* 18. M\u00e4rz 1929 in Landsberg an der Warthe &#8211; 01. 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